Augmented Reality

AR auf Social Media: Was kann Facebook, Instagram und Snapchat?

Ein Beitrag von Tatjana Egerbacher
23. Januar 2020
AR Filter social media
Augmented Reality (AR) wirkt sich bereits seit Jahren auf Social Media aus. Tatsächlich scheint AR die beliebtesten sozialen Netzwerke (Facebook, Instagram, und Snapchat) der Welt zu übernehmen. Die großen Fragen sind jedoch: Welche AR Möglichkeiten bieten diese sozialen Netzwerke, wo unterscheiden sie sich und welchen Mehrwert bieten sie für Unternehmen?

Snapchat

Snapchat ist bekannt dafür, eine neue, mobile Vorreiterrolle für Social Media einzunehmen, und legt großen Wert darauf, dass Benutzer mit virtuellen Aufklebern und Augmented-Reality-Objekten interagieren. Seit Oktober 2019 hat Snapchat 210 Millionen aktive Nutzer pro Tag. Es ist bekannt, dass Snapchat bei jüngeren Generationen, insbesondere unter 16 Jahren, sehr beliebt ist.

   

Mit der im September 2015 eingeführten Funktion „Lens“ können Benutzer ihre Schnappschüsse mithilfe der Gesichtserkennungstechnologie mit Echtzeiteffekten versehen. Dies wird durch langes Drücken auf ein Gesicht im Sucher aktiviert. Im April 2017 erweiterte Snapchat dieses Feature um „World Lenses“, die mithilfe der Augmented Reality-Technologie 3D-gerenderte Elemente (wie Objekte und animierte Charaktere) in Szenen integrieren. Diese Elemente werden im 3D-Raum platziert und verankert. Snapchat bietet außerdem das Werbeformat „Shoppable AR“ an. Kunden können mittels der AR Funktion Werbetafeln zum Leben erwecken, oder Produkte digital anprobieren und gleich kaufen. So schafft man eine enorme Interaktion mit den Kunden und bietet ihnen die Möglichkeit, Produkte weitestgehend zu testen, bevor sie sich für den Kauf entscheiden. Für Unternehmen reduzieren sich dadurch die Retourenkosten. Bisher nutzten zum Beispiel Adidas und das Beauty-Unternehmen Clairol dieses Feature.

   

Snapchat Lens Studio

Im Dezember 2017 veröffentlichte Snapchat Studio Lens, wo jeder die Möglichkeiten hat, eigene AR Filter zu erstellen und diese dann hochzuladen. Mittlerweile hat sich Lens Studio stark weiterentwickelt und ermöglicht es, sehr einfach AR Inhalte zu erstellen. Es gibt 50 verschiedene vorgefertigte Templates, bspw.:

  • Face Mesh

  • Material Editor

  • Chain Physics

  • Distort

  • Segmentation

  • Static Object

  • Marker

  • Skeletal

  • High Score

  • Makeup

  • Sunglasses

Man kann ein vorgefertigtes Template nutzen und das nach seinen Wünschen adaptieren, oder ein ganz eigenes Projekt erstellen. Für ein eigenes Projekt benötigt man schon etwas mehr Erfahrung mit dem Umgang von Tools wie Lens Studio oder Spark AR. Wenn man den genwünschten Filter erstellt hat, kann man diesen entweder für seine Werbeanzeige hochladen oder für seine Community bereitstellen und mittels einem Link verbreiten. Sofern die Richtlinien von Snapchat eingehalten werden, wird der Filter ebenso im AR-Filter Explorer Feed angezeigt.

   

Vor- und Nachteile Snapchat

  • AR Filter für Snap Ads

  • Filter mit den vorgefertigten Templates sind leicht zu erstellen

  • AR Filter kann direkt mittels Laptop Kamera an sich selbst erstellt und getestet werden

  • Mehr vorgefertigte Templates als auf Instagram

  • Upload Freigabe von Snapchat i.d.R. schneller als auf Instagram bzw. Facebook

  • Auch Unternehmen haben die Chance im AR Filter Explorer Feed zu erscheinen

  • Kooperation mit GIPHY

  • Kleinere, spezifischere Zielgruppe im Vergleich zu Facebook und Instagram

  • AR Filter kann vorab nicht zur Voransicht geteilt werden oder direkt in der App getestet werden

  • Sehr kleine Material Library Auswahl

   

Facebook und Instagram

Facebook hat 1,6 Milliarden aktive Nutzer täglich und ist somit noch immer das größte soziale Netzwerk der Welt. Die Zahl lässt annehmen, dass Facebook noch weiterhin ein längerer Bestandteil der Social Media Welt sein wird und von Unternehmen nicht außer Acht gelassen werden sollte.

   

Auf Facebook ist AR ebenfalls kein Fremdwort mehr. Seit 2019 hat im Messenger eine ausgewählte Gruppe von Unternehmen die Möglichkeit, im Rahmen eines Chats dem Nutzer eine AR Produktvorstellung anzubieten. Nimmt der Nutzer diese an, öffnet sich die Messenger Kamera mit dem entsprechenden 3D Modell. Nike gehörte zu den ersten Unternehmen, die das „Try-and-buy“ -Tool von Facebook Messenger ausprobieren durften. Mit Erfolg: In nur einer Stunde waren die beworbenen Schuhe ausverkauft. Auch beim Thema Anzeigen spielen Linsen eine immer größere Rolle. Erst im Sommer präsentierte Facebook die sogenannten AR-Ads im Newsfeed. Die Funktion steht aber noch am Anfang. Das Designerlabel Michael Kors war eines der ersten Testunternehmen. Die User konnten über die sogenannte „Tap to try it on“-Option, Sonnenbrillen des Labels virtuell anprobieren und kaufen.

   

Instagram zählt rund 500 Millionen aktive Nutzer täglich. Auch auf Instagram dürfen seit Herbst ausgewählte Unternehmen, wie bspw. Mac Cosmetics oder Ray-Ban „Try on Ads“ ausprobieren.

   

Spark AR

Im Mai 2018 richtete Instagram eine Closed Beta Version ein, mit der bestimmte Marken, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Prominente und andere beliebte Entwickler über die Spark AR Studio-Plattform von Facebook originelle Gesichtsfilter für ihr Publikum erstellen können. Seit August 2019 ist die Spark AR Studio-Plattform für jeden zugänglich. Mehr Infos zu Spark AR und Marketing kannst du in diesem Blogbeitrag lesen. Creators haben hier mehrere Möglichkeiten:

  • Face Decoration

  • World Object

  • Makeup

  • Background

  • Head Decoration

  • Color Filter

  • Neck Decoration

  • Face Mask

ar filter snapchat lens studio

Creators können auch auf Spark AR eigene Projekte und AR Filter erstellen. Allerdings schränkt Instagram die Reichweite von Unternehmens-Filter ein, indem Unternehmen keine Möglichkeit haben im AR-Filter Explorer Feed zu teilen. Für Privatpersonen haben eigene AR-Filter Potential viral zu gehen und können in weiterer Folge eine große Follower-Anzahl generieren. Da Spark AR noch relativ neu ist, gibt es einige Funktionen die eigenschränkt sind. Bspw. kann die Haarfarbe im Studio Lens von Snapchat geändert werden, bei Spark AR ist diese Funktion noch nicht möglich.

   

Vor- und Nachteile Facebook

  • Breite Zielgruppe

  • AR Filter zu Voransicht kann man auf Facebook testen

  • Link zur Voransicht verschicken

  • Filter mittels vorgefertigten Template sind relativ leicht zu erstellen

  • Spark AR hat eine viel größere Auswahl in der Material Library als Studio Lens

  • Momentan sind AR Ads nur im Facebook News Feed für alle Werbetreibenden zugänglich

  • Kein Explorer Feed für AR Filter auf Facebook

  • Wenige Template-Auswahl im Vergleich zu Snapchat

  • Spark AR hat gegenüber Studio Lens begrenzte Funktionen

   

Vor- und Nachteile Instagram

  • Breite Zielgruppe

  • Filter mittels vorgefertigten Template sind relativ leicht zu erstellen

  • AR Filter zu Voransicht kann man auf Instagram testen

  • Link zur Voransicht verschicken

  • Spark AR hat eine viel größere Auswahl in der Material Library als Studio Lens

  • Momentan keine AR Ad Möglichkeiten

  • Unternehmen erscheinen nicht im AR-Filter Explorer Feed

  • Wenige Template-Auswahl im Vergleich zu Snapchat

  • Spark AR hat gegenüber Studio Lens begrenzte Funktionen

   

Studio Lens und Spark AR sind nicht kompatibel. D. h. Unternehmen müssen sich vorab überlegen, auf welcher Plattform sie ihren AR Filter publizieren möchten.

   

Fazit

Unternehmen müssen sich zunächst die Frage stellen, auf welchen Social-Media-Kanälen die eigene Zielgruppe erreicht werden kann. Mit Snapchat haben Unternehmen momentan bessere Ad Möglichkeiten sowie ein größeres Potential mit dem AR Filter organisch eine hohe Reichweite zu generieren, als bei anderen sozialen Medien. Das bietet für Unternehmen nicht nur ein interaktives Branding, sondern kann auch als Vertriebs-Tool mit den sogenannten „Shoppable Ads“ verwendet werden.

   

Auch auf Facebook sind AR Ads im Newsfeed möglich. Daher bin ich überzeugt, dass AR Instagram Ads nicht mehr lange auf sich warten lässt und dahingehend mehr Möglichkeiten für Werbetreibende angeboten wird. Augmented Reality bringt in Zukunft Social Ads auf ein ganz neues Level. Wie überall gilt, dass AR eine neue Leinwand ist, die richtig bespielt werden muss. Social AR Ads sollten in eine Digital Brand Strategie integriert werden, um den größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Dieses neue Werbeformat bietet noch nie dagewesene Möglichkeiten, um mit der Community zu interagieren. Die Social Media Plattform Tik Tok entwickelt sich auch immer mehr in Richtung AR und Ad-Möglichkeiten für Unternehmen. Man darf gespannt sein wie sich Augmented Reality in Zukunft auf Social Media weiterentwickelt.

   

Du hast Lust dein Unternehmen innovativ voranzutreiben und deinen eigenen AR Social Media Filter zu erstellen? Dann melde dich einfach bei uns! Für mehr Inspiration kannst du uns auch auf Instagram folgen und unsere AR Filter testen.

CodeFlüge Tatjana Egerbacher

Über den Autor

Tatjana Egerbacher

Egal ob Social Media, SEO, oder Analytics — Tatjana ist für alles was bei uns im Marketing so ansteht zuständig. Wenn sie mal keinen Content produziert, studiert sie Online Media Marketing und schreibt fleißig an ihrer Masterarbeit. Dabei darf der tägliche Schokoladenbedarf nicht fehlen. Der sportliche Ausgleich gelingt ihr dann beim Yoga oder in der Turnhalle.