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Schon mal von Neuralink gehört?

Ein Beitrag von Magdalena Marcher
22. Oktober 2020
Neuralink Header Photo
Einen Chip in ein Gehirn einsetzen und körperliche Behinderungen wie Lähmungen, Gehör- oder Gedächtnisverlust, Depressionen, Angstzustände, Blindheit oder andere schwerwiegende Erkrankungen, die im Gehirn ihren Ursprung haben, zu heilen. Klingt doch wie das perfekte Drehbuch für einen Science-Fiction-Film oder? Aber dabei handelt es sich um eine Idee, die Elon Musk wirklich umsetzen möchte. Denn mit seinem Unternehmen Neuralink forscht er seit 2016 an einem Chip, der genau das beherrschen soll.

Was genau macht Neuralink?

Bereits vor 30 Jahren begannen Experten mit der Forschung an Gehirn-Computer-Schnittstellen. Gewisse Prothesen für das menschliche Gehirn sind mit diesen sogar bereits ausgestattet. Beispielsweise besteht die Möglichkeit, Parkinson auf diesem Weg zu behandeln. Durch die Messung der elektrischen Aktivität der Neuronen wird eine Verbindung zwischen Gehirn und Maschine ermöglicht. Im Gehirn kommunizieren die Nervenzellen nämlich über kurze elektrische Signale. Während ein Mensch fühlt, denkt oder sich bewegt werden Neuronen in verschiedenen Hirnarealen aktiviert. Mittels EEG ist das auch außerhalb des Kopfes messbar. Da diese Messemthoden aber oft sehr ungenau sind und die Ergebnisse verfälscht werden, soll diese Messung zukünftig direkt im Kopf erfolgen. Und genau das möchte Neuralink erreichen und somit verfälschte Daten vermeiden.

Präsentation des Neuralink-Gehirnchips

Vor kurzem stellte der CEO von Tesla einen Chip für digitale Gehirnstimulation in San Francisco vor. Mit im Gepäck hatte er drei Schweine namens Joyce, Dorothy und Gertrude. Joyce bekam keinen Chip eingesetzt und diente als Kontrollgruppe. Gertrude bekam zwei Monate vor dem Event mittels einer Operation ein Prototyp-Chip eingesetzt. Anhand ihr wurde die Messung live bei der Präsentation des Gehirnchips demonstriert. Und dann gibt’s noch Dorothy: sie bekam einen Chip eingesetzt welcher auch erfolgreich wieder entfernt wurde. Somit wird die Reversibilität des Chips gezeigt.

Die drei Schweinchen zeigen, dass der Chip die elektrische Aktivität im Gehirn aufzeichnen kann. Jedoch noch nicht, wie es sich dadurch steuern lässt. Soweit ist die Forschung in Musks Unternehmen noch nicht fortgeschritten.

Der Chip ist so groß wie ein Eurostück. Er stimuliert die Nervenzellen im Gehirn und überträgt die Daten aus dem Hirn über Elektroden (die übrigens dünner sind als die Haare eines Menschen) auf einen Computer.

Über den Gehirnchip kann Neuralink Körpertemperaturen und -drücke überwachen und sogar Herzinfarkte und Schlaganfälle erkennen. Es lädt sich über Nacht induktiv durch eine Kappe auf, die während des Schlafes auf den Kopf gesetzt wird. Weiterer Vorteil: Das Implantieren des Geräts erfordert keine Vollnarkose, dauert weniger als eine Stunde und kann mit chirurgischen Robotern durchgeführt werden, die ebenfalls vom Neuralink-Team hergestellt wurden.

Durch Drähte und Kästen, die von außen an den Neuralink „angedockt“ werden, können Gehirnsignale dargestellt und detailierte Auswertungen vorgenommen werden. Die zusätzlichen schweren und verengenden Geräte müssen auf dem Kopf bleiben und von einem medizinischen Experten bedient werden. Somit bietet Neuralink eine einfachere und zugänglichere, jedoch leicht invasive Methode zur Aufzeichnung von Gehirnsignalen.

Was hat Neuralink mit diesem Chip noch vor?

Elon Musk, Gründer von Neuralink, träumt von der Digitalisierung des Gehirns. Irgendwann soll es denkbar sein, Sprachkenntnisse in das Gehirn hochzuladen, menschliche Gedächtnisse abzuspeichern oder Gedanken digital zu übertragen. Neuralink möchte Menschen mit körperlichen Behinderungen aufgrund von Verletzungen und mit diesen Behinderungen geborenen Menschen helfen. Ziel ist es, Menschen zu helfen, die aufgrund von Behinderungen bestimmte Körperfunktionen verloren haben, diese wiederzugewinnen und bestehende zu verbessern. Musks Ambitionen gehen aber auch weit über die Veränderung der Architektur von Maschinen-Gehirn-Geräten hinaus. Neben der Behandlung von Erkrankungen des Gehirns sagte er kürzlich während einer Presseveranstaltung, dass das Gerät von Neuralink letztendlich Dinge wie Telepathie oder Interaktionen zwischen Gehirn und künstlicher Intelligenz ermöglichen könnte.

Wird unser Gehirn also zu einem Computer?

Mit jetzigem Stand der Wissenschaft ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich Elon Musks Wünsche in nächster Zeit erfüllen. Die Wissenschaft rund um unser Gehirn ist noch zu wenig ausgereift, um solche Quantensprünge in Kürze zu erreichen. Viele Dinge in unserem Gehirn stoßen noch immer auf Unverständnis. Zum Beispiel kennt man noch immer keine neurologischen Ursachen für Angst oder Sucht. Ich jedenfalls bin eher skeptisch dieser Innovation gegenüber. Falls es einmal soweit kommen sollte, dass es diesen Chip wirklich in dieser Form geben sollte, werde ich mir keinesfalls einen Chip in mein Gehirn implantieren lassen. Außerdem denke ich sowieso, dass wir vor der Entwicklung dieses Gehirn-Chips mit allen seinen Funktionen, um das Gehirn „besser“ zu machen, noch viel mehr Abgefahrenes zum Thema Augmented Reality oder Artificial Intelligence hören und sehen werden. Hast du Lust mit mir über dieses Thema zu plaudern? Dann kannst du mich gerne jederzeit hier kontaktieren. Ich freue mich auf deine Nachricht!

Über den Autor

Magdalena Marcher

Magdalena ist bei Codeflügel als tatkräftige Unterstützung im Bereich Marketing & Sales tätig. Im Zuge ihres wirtschaftlichen Studiums absolviert sie nämlich gerade ihr Berufspraktikum bei uns. Ihr Ziel ist es während ihrer Zeit bei CodeFlügel nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Firmenerfolg zu liefern, sondern auch möglichst viel Erfahrung mitzunehmen. Magda, wie sie auch gerne genannt wird, verbringt ihre restliche Zeit gerne mit Sport, Essen und Freunden.

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