Warum Virtual Reality jetzt wirklich real ist

Virtual Reality, kurz VR, ist ein Versprechen der umfassenden Digitalisierung, welches bereits in den 80er Jahren gegeben wurde und seitdem auf seine Einlösung wartet. Dank all der Fortschritte in einigen Schlüsselbereichen, wie der Herstellung hochauflösender Displays und der massiven Verbesserung der Grafikleistung oder Sensortechnik, um nur einige zu nennen, sind heute Ergebnisse möglich, die einem Erlebnis gleichen.

 

Die Ausrüstung

Diese Entwicklung hat eine Basis für Start-Ups geschaffen, welche sich den Fortschritt zu Nutze machen und deren Arbeit zu den am meisten beachteten in der gesamten Technik-Bohème gehört. Oculus oder Magic Leap sind hier nur die Spitze des Eisberges. Die nötige Hardware besteht zumeist aus einer geschlossenen Brille, welche kleine Bildschirme hinter Linsen besitzt. Neben den in das Headset integrierten Sensoren für Neigung, Rotation und Orientierung, haben viele dieser Geräte auch einen weiteren externen Sensor, der die Übertragung der physikalischen Position in die virtuelle Position verbessert. Für einen kompletten virtuellen Eindruck sind ebenso Kopfhörer zu empfehlen. Zusätzlich gibt es spezielle Controller, welche Handbewegungen verstehen und in Aktionen in der virtuellen Welt umsetzen können.

Die Anforderungen, welche durch Virtual Reality an den Computer gestellt werden, dürfen ebenso nicht unterschätzt werden. Gefragt nach einer Unterstützung der Oculus Rift auf Apple Macs, antwortete einer der Gründer von Rift, Palmer Luckey, man werde dies tun, “wenn Apple einen guten Computer produziert” und unterstreicht damit nochmals die hohen Anforderungen vor allem an die benötigte Grafikleistung, die seit jeher auf Apple Computern eine eher untergeordnete Rolle spielt. Andere Firmen, wie MSI oder HP, sehen neue Möglichkeiten und entwickeln unter anderem auf VR zugeschnittene PCs in Rucksackform. Mit diesen, an die Lebenserhaltungssysteme eines Weltraumanzug erinnernden, Geräten können die Spieler und Spielerinnen unabhängig von ihrem Schreibtisch in die Virtualität abtauchen und sich in dieser noch freier bewegen.

Virtual Reality Oculus Rift, Oculus Touch, HP OMEN

links: Oculus Rift & Oculus Touch (Foto: Oculus VR), rechts: VR Rucksack HP OMEN (Foto: HP)

Aber nicht nur auf Seite der VerbraucherInnen ist dieser Markt in starker Bewegung. Auch Hersteller von Videosystemen versuchen, die Zeichen der Zeit zu erkennen und für sich zu nutzen. GoPro stellte beispielsweise vor kurzem einige Komponenten vor, mit deren Hilfe sich Ansichten für Virtual Reality relativ einfach erstellen lassen und ist damit nur einer von vielen Anbietern in diesem, sich sehr rasch entwickelnden, Markt. Die einhellige Meinung ist jedenfalls, dass jemand mit VR-Kameras reich werden wird, die Frage ist nur mehr, wer dieser Jemand sein wird.

Virtual Reality Kamera GoPro Omni

GoPro Omni VR Kamera. Foto: GoPro

Nicht nur eine Spielerei

Seine Vorzüge spielt Virtual Reality vor allem dann aus, wenn etwas sichtbar gemacht werden soll, das es noch nicht gibt. Wunderbare Anwendungsfälle (neben Spielen) sind Immobilien, Reisen, Messen oder Fitness. Häuser lassen sich bereits in den ersten Planungsphasen begehen und ermöglichen den Bauherren so bereits sehr früh einen Eindruck von den zukünftigen eigenen vier Wänden. Auch die Besichtigung von Wohnungen durch VR erspart unnötige Anreisen und ermöglicht so eine effiziente Vorauswahl. Durch oft schon vorhandene digitale Pläne, ist die Erstellung von begehbaren Modellen nur mehr einen relativ kleinen Schritt entfernt.

Ebenso ist die Form, in der VR erlebt wird, ein Gebiet, das laufend neue Innovationen zu bieten hat. Unser STEVE ist da nur ein Beispiel von vielen, zeigt aber dennoch das Potenzial, das durch den Einsatz von VR für Messen oder Reisen besteht. Bei der Verwendung dieser Virtual Reality Anwendungen werden die Nutzer und Nutzerinnen augenblicklich an andere, neue Orte versetzt. Viel näher werden wir dem Teleportieren in nächster Zukunft vermutlich nicht kommen. Obwohl…

Auch haben erste Hersteller bereits Ansätze in Gebieten gezeigt, welche nicht zu den klassischen VR-Bereichen gehören. So stellte Runtastic bereits auf der CES 2015 ein Programm vor, das die User zum Sporttreiben animieren soll. Der virtuelle Trainer kontrolliert hier die reale Ausführung von Kniebeugen und achtet dabei auf die richtige Belastung für den Körper und auch darauf, dass die Beuge tief genug ist.

Was wird die Zukunft noch bereithalten?

Der Schritt zum voll begehbaren virtuellen Raum, wie ihn sich die Macher von Star Trek in Form des Holodecks erdachten, ist das nächste Versprechen der Digitalisierung. Die Möglichkeiten heute sind nur ein erster, beeindruckender Schritt. Wir sind gespannt!