Die Zukunft im e-commerce? Der Online Shop im Katalog

Abhängig vom Land in dem du lebst, passieren bis zu 30% der gesamten Verkaufseinnahmen online und etwa 70% der Bevölkerung kaufen regelmäßig im Internet ein. Mit dem stetigen Ansteigen dieser Zahlen fragen wir uns natürlich, ob dieser Technologiefortschritt eines Tages das Ende des stationären Handels zur Folge haben wird. Wie sieht die Zukunft im E-Commerce aus und wie verändert sie die Art wie wir einkaufen?  Ein kritischer Ausblick.

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Nutzt du dein Handy oder Tablet um online einzukaufen? Nein? Wirklich nicht? Also hast du noch nie irgendetwas über, sagen wir mal, die Amazon App gekauft, online Preise verglichen, nach zusätzlichen Infos zu einem geplanten Kauf gesucht oder schnell etwas das dir gefallen hat für später in deinen online Warenkorb gelegt? Denn all das zählt schon ein bisschen als online einkaufen – sogar digitale Einkaufslisten zählen für manche dazu. Ich und viele andere nutzen diese Möglichkeiten jedenfalls ständig.

Und wie auch immer man dazu steht, muss man zugeben, dass sich unsere Art einzukaufen über die letzten zehn bis zwanzig Jahre ganz schön stark verändert hat. Bevor Online Shops populär wurden, gingen wir in das Geschäft, in dem das angeboten wurde was wir brauchten und kauften es dort. Wer etwas mutiger oder sich sehr sicher war, bestellte im Katalog – per Telefon oder Post. Das war’s, andere Möglichkeiten gab es nicht. Dann bekamen wir alle Computer mit Internetzugang, aber wir kauften immer noch im Geschäft – entweder weil wir gar nicht die Möglichkeit hatten online zu bezahlen, oder es uns irgendwie nicht sicher genug schien. Aber mit der Zeit haben wir gelernt den vielen verschiedenen digitalen Zahlungsmitteln zu vertrauen und mittlerweile macht es kaum einen Unterschied ob wir mit dem Computer oder dem Smartphone im Internet surfen. Also nutzen wir mobile Geräte um einzukaufen wann und wo auch immer wir wollen.

Natürlich sind wir damit noch lange nicht am Ende angekommen. Das nächste große Ding auf das viele setzen ist m-commerce in Kombination mit Augmented Reality und Virtual Reality Applikationen. Die radikalsten Vorhersagen prophezeien sogar den Untergang des stationären Handels und das Aussterben der gedruckten Kataloge. Aber ich bin mir bei letzterem da nicht so sicher. Klar, ich denke auch, dass AR und VR definitiv der Weg in die Zukunft sind. Eigentlich denke ich sogar, dass diese Technologien die Gegenwart sind – viele Unternehmen verwenden sie bereits mit großem Erfolg. Ich glaube nur nicht, dass sich analog und digital gegenseitig ausschließen.

Analog ODER Digital?

Trotz allen digitalen Fortschrittes haben wir bisher nicht aufgehört Kataloge, Broschüren und ähnliche Produkte zu drucken. Warum? Nun, sie haben gegenüber digitalen Marketingunterlagen einige wichtige Vorteile – sie stellen etwas greifbares da, das du deinen Kunden in die Hand geben oder schicken kannst, sie sehen gut aus und sie gelangen in die Wohnzimmer deiner Kunden, wo sie Aufmerksamkeit auf sich ziehen und hin und wieder durchgeblättert werden. Natürlich hat digitale Werbung auch klare Vorteile: sie ist genauer und flexibler und kann leichter personalisiert und schneller aktualisiert werden.

Glücklicherweise gibt es eigentlich keinen wirklichen Grund sich für entweder das eine oder das andere Medium zu entscheiden. Solange sich ein einheitlicher Kommunikations- und Designstil (Stichwort: Customer Experience) durch die verschiedenen Kanäle zieht, finden die Kunden normalerweise ihren Weg zur Kasse, egal ob diese nun digital oder analog ist. Aber es gibt gewisse Dinge, die du tun kannst um sicherzustellen, dass es auch wirklich deine Kasse ist, die da gefunden wird. Ein wichtiger Punkt ist die Optimierung des Kundenwegs – der sogenannten Customer Journey.

Die Customer Journey

Stellen wir uns einmal die folgende Situation vor: Ich sitze zu Hause und blättere wieder mal im Katalog, was ich ab und an gerne tue. Mir fällt etwas auf, das ich gerne haben möchte und ich entschließe mich es gleich zu kaufen. Wenn es zu dem Katalog eine App gibt und ich sie installiert habe, ist das meine erste Anlaufstelle. Natürlich weiß die App nicht automatisch was ich von ihr will, also tippe ich umständlich die Artikelnummer ein – kein Ergebnis. Okay, das passiert – ich gebe also einige Stichwörter zum Artikel ein, muss mich dann aber durch mehrere Seiten scrollen um das zu finden was ich möchte. Jetzt bin ich plötzlich schon weniger euphorisch – wenn ich so darüber nachdenke, ist das Produkt ohnehin etwas teuer. Wenn ich es später immer noch haben will, kann ich ja nochmal nachschauen. Am Abend stellt sich heraus, dass ich es tatsächlich noch haben möchte, also setze ich mich an den Computer. Jetzt könnte ich natürlich direkt zum Online Shop gehen, aber weil ich faul bin, google ich einfach. Jetzt bekomme ich zwar das Suchresultat, das ich möchte, aber siehe da – ein anderer Shop hat das Produkt auch und es gibt einen Preisunterschied. Hm, da muss ich nochmal vergleichen. Und während ich das mache, erhalte ich eine Nachricht in einem sozialen Netzwerk – jetzt bin ich leider abgelenkt. Nach einer längeren Unterhaltung und gefühlt hunderten von Katzenvideos, habe ich ganz vergessen, dass ich überhaupt irgendetwas kaufen wollte.

Kurz gesagt, es gab Lücken in der Customer Journey, die mich vom Katalog zum digitalen Warenkorb bringen sollte. Etwa 87% von uns nutzen mehrere Geräte gleichzeitig und sind beinahe dauernd online. Daher ist es zu erwarten, dass auch deine Kunden mehr als einen Kanal nutzen, um auf dein Angebot zuzugreifen. Und der Übergang vom einen zum nächsten muss so nahtlos wie möglich funktionieren. Wie praktisch wäre es also gewesen, wenn meine App gleich gewusst hätte was ich kaufen will? Unmöglich? Augmented Reality macht es möglich – das und noch ein paar andere coole Sachen.

Die Lücke Schließen

Mit der Augmented Reality Technologie, die auf Bilderkennung basiert, kann man schnell eine Brücke zwischen der analogen Katalogseite und dem digitalen Produkt im Online Shop oder in der App schlagen. Zusätzlich können damit die Produkte im Katalog auch in 3D präsentiert oder zusätzliche Videos oder Produktinformationen zur Verfügung gestellt werden. Oder noch besser, es können dynamische Preise für bestimmte Kundengruppen oder zu bestimmten Tageszeiten vergeben werden. Diese unglaubliche Technologie gibt uns also die Möglichkeit, große Mengen an bereits gedruckten Katalogen flexibel aktuell zu halten und ohne großen Aufwand zu personalisieren. Und ehrlich gesagt, abgesehen davon, dass sich damit eine große Zeitersparnis ergibt, ist es einfach cool und macht ziemlich Spaß.

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Mit Augmented Reality, Virtual Reality und Mixed Reality (eine Mischform aus beiden Technologien), kann einfach alles visualisiert werden – von Möbelstücken und ganzen Häusern bis hin zu Dingen wie Kleidung, Schmuck, Autos oder großen Maschinen. Allerdings glaube ich wie gesagt nicht, dass diese Technologien und Visualisierungsmöglichkeiten einen totalen Ersatz für den stationären Handel darstellen (oder darstellen sollten). Denn einige der gerade erwähnten Dinge würde ich persönlich nie ausschließlich online kaufen. Die Entscheidung für ein Haus oder Auto fälle ich nicht aufgrund digitaler Simulationen und auch Kleidung und Schmuck möchte ich noch selbst probieren, bevor ich mich endgültig entscheide. Aber durch diese technologischen Hilfsmittel, kann ich mir ein besseres Bild machen und eine Vorauswahl treffen, damit ich mir nur die Dinge persönlich ansehen muss, die mir wirklich gefallen.

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Die Vorhersage

Meine Vorhersage lautet also wie folgt: Die Nutzung von Augmented Reality zum Schließen der Lücken zwischen analogen und digitalen Medien wird ein wichtiger Teil der zukünftigen Verkaufsstrategien sein. Ich weiß, das klingt nicht so mitreißend wie die etwas radikaleren Vorhersagen, die wir heutzutage gewohnt sind. Aber dafür denke ich, dass meine Vorhersage durchaus realistisch ist.

Wenn du mehr über Augmented, Virtual und Mixed Reality (und darüber wie sie deine Verkaufsstrategie bereichern können) wissen möchtest, schreib mir doch ein Email, oder melde dich für unseren Newsletter an. Ich würde mich freuen, von dir zu hören!