Beacons oder Bacon?

Die neue App von Internorm besticht nicht nur durch einige AR-Features, sondern setzt ebenfalls auf den Einsatz von Beacons. Wie diese genau in die App eingebunden sind, was sie können und warum man sie braucht, erzähle ich euch heute in unserem Blog.

Beacons – das klingt doch wie „bacon“?

Tut es, ja, hat aber nicht das geringste miteinander zu tun. Während das eine von manchen zum Verfeinern des Spiegeleis genutzt wird, sind Beacons, angelehnt an den englischen Ausdruck für „Leuchtfeuer“, kleine, unscheinbare Module, die sich fast überall anbringen lassen. Sie senden ein Bluetooth-Signal aus, welches bis zu 100m weit reichen kann. Genutzt wird dafür „Bluetooth Low Energy“ (BLE) Funktechnik. Durch den sehr geringen Stromverbrauch bei dieser Technik halten die einzelnen Beacons mit einer einfachen Knopfzellenbatterie meistens mehrere Jahre durch.

Wie schon erwähnt, erreichen diese Beacons eine Reichweite von 30m, allerdings lässt sich diese auch je nach Gebrauch ändern. Per App lassen sich die Beacons konfigurieren und man kann die Reichweite Beacon-spezifisch einstellen. So lassen sich Bereiche von etwa 0,5m (oder weniger bei manchen Modellen) bis ca. 70 – 100m erreichen. Jeder Beacon hat seine eigene Kennung und schickt sein persönliches Signal aus, das heißt man kann jeden Beacon anhand seines Signals erkennen.

Heißt das jetzt, dass man mit jedem Bluetooth-fähigen Gerät Beacon-Signale erhalten kann? Grundsätzlich: Ja. Allerdings wird das Smartphone ohne zusätzliche Informationen nichts mit den Signalen anfangen können und daher auch nicht weiter darauf eingehen. Wenn jetzt allerdings eine App „weiß“, es soll bei Empfang des Signals eine Aktion ausgeführt werden, dann kann das Smartphone oder Tablet auch entsprechend darauf reagieren! Weiters können die Beacons selbst keine Push-Nachrichten ausschicken, die werden allein durch die Software ausgeführt. Daher muss man sich auch nicht vor ungewollten Nachrichten „fürchten“ wenn man in die Nähe eines Beacons kommt.

Ein großer Vorteil der Beacons ist, dass man sie nach Belieben Positionieren kann. Da sie relativ klein sind (je nach Hersteller verschieden, aber z.B. ungefähr 5x5x1 cm) und ein geringes Gewicht besitzen, lassen sie sich leicht mittels Klebeband platzieren und so gezielt an bestimmten Orten einsetzen.

Beispiel Internorm

Beispiele dafür finden sich unserer neuen Internorm-App: Für ein spezielles Event unseres Kunden wurde die App so konfiguriert, dass Besitzer der App während des Events, je nachdem in Reichweite welches Beacons sie sich befinden, unterschiedliche Nachrichten bekommen. So wird bei möglichen AR-Markern darauf hingewiesen, doch die AR-Anwendungen zu starten und danach zu suchen.
Die Möglichkeiten beschränken sich nicht nur auf die örtliche Komponente, sie können auch zeitlich verändern werden. So wird bei Erkennung des Beacons am Eingang am Vormittag eine Willkommens-Meldung angezeigt, am Abend beim Verlassen bekommt man eine „Auf-Wiedersehen“-Meldung – vom selben Beacon.

Vorteil des Bacons… äh der Beacons

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Es können standortbasierend Information an die User verschickt werden. Nutzer, die sich nicht in der Nähe eines Beacons befinden, bekommen keine Nachrichten, weil sie für diese Leute auch keinen Nutzen darstellen, anders als für Personen in der Nähe der Beacons.

Zum Beispiel können so auch Führungen durchgeführt oder die Navigation durch Gebäude erleichtert werden. In über 20 Baseball-Stadien in den USA gibt es derzeit Systeme, die die Navigation durch die Stadien erleichtern und so die Besucherströme effizienter leiten. Außerdem kann dadurch, dass jeder Beacon sein „eigenes“ Signal sendet, auch auf jeden Beacon anders eingegangen werden. So zum Beispiel bei unserer App zcircle. Mit dieser App lassen sich in verschiedenen Einrichtungen unterschiedliche Zeitungen lesen. Obwohl die App das Lesen jeder Zeitung zulassen würden, werden jeweils nur die dem Beacon freigeschalteten angezeigt, so dass nicht jede Einrichtung ihre eigene App benötigt und man trotzdem in den vollen Lesegenuss kommt.

Das System ist inzwischen auch schon in Apples iOS integriert. Dies hat den Vorteil, dass Apple Geräte bei eingeschaltetem Bluetooth automatisch die Umgebung nach Beacons durchsuchen und man jederzeit auf die gefundenen Signale zugreifen kann. Der Service ist ebenso für Android verfügbar, allerdings hat Apple den Vorteil, dass der Treiber die ganze Zeit im Hintergrund läuft. Auf Android Geräten muss der Service manuell gestartet werden, was (speziell bei einem „forcestop“ der auszuführenden App) manchmal zu Problemen führen kann, da er nicht mehr richtig gestartet wird.

Der geografische Zaun

Eine weitere Technologie, welche Ähnlichkeiten mit den Beacons aufweist, ist Geofencing. Mittels „unsichtbaren“ geografischen Grenzen können diverse Aktionen ausgelöst werden. Genauer genommen: Es können Bereiche festgelegt werden, welche bei Übertretung der Grenzen bestimmte Aktionen auslösen. Dabei kann es sich um Push-Mitteilungen handeln oder, wenn man die Technologie z.B. im Auto anwendet, um eine Wegfahrsperre. Geofencing basiert grundlegend auf der GPS Navigation, also sobald das GPS registriert, dass man die Grenze zu einem neuen Bereich überschritten hat, wird die Aktion ausgeführt. So können beliebig große Zonen ausgewählt werden.

Im Falle der Internorm App wurde es so ausgeführt, dass Benutzer der App beim Einchecken in ihre Hotels, welche mit einem Geofence „umgeben“ sind, eine Willkommens-Nachricht bekommen.

Was sind also die Unterschiede zu Beacons?

Grundlegend: Geofencing basiert auf GPS, Beacons auf Bluetooth. Durch die BLE Funktechnik sind die Bereiche im Vergleich zum Geofencing sehr begrenzt. Mittels Geofencing können mehrere Quadratkilometer große Bereiche definiert werden. Außerdem können durch sogenannte Polygonzüge nicht nur rechteckige oder kreisrunde Gebiete ausgewählt werden, es können im Prinzip einzelne Gebäude eingegrenzt werden. Der Nachteil ist allerdings, dass bei schlechter Mobilfunkabdeckung oder z.B. innerhalb von Gebäuden das Signal schnell verloren gehen kann.  Weiters könnte der Software mittels nachgebildeten GPS Signalen ein geografischer Ort vorgetäuscht werden, an dem sich die Hardware gar nicht befindet.

Lieber Beacons oder doch lieber „bacon“?

Auch wenn man sie selten sieht, sind Beacons heutzutage schon sehr weit verbreitet. Aber gerade das macht sie auch aus – die Unauffälligkeit. Durch BLE können sie auch mehrere Jahre ihren Dienst verrichten ohne dass die Batterien gewechselt werden müssen. Einstellungen können einfach per Smartphone oder Tablet vorgenommen werden. Durch immer fortschrittlichere Technologien und Use Cases werden sie auch immer weiter verbreitet und angenommen werden.

Aber zum Frühstück dann doch lieber bacon.