Beacon Basics für Einsteiger

Falls du dich schon einmal gefragt hast was zur Hölle diese Beacons sind, über die alle sprechen, dann bist du hier an der richtigen Stelle. Aber auch wenn du noch nie von Beacons gehört hast aber das jetzt ganz dringend herausfinden möchtest, hast du Glück. In diesem Artikel möchte ich dir ganz einfach erklären wofür Beacons gut sind und wie man sie am besten nutzen kann. Und keine Angst, ich denke du musst nicht unbedingt viel von Technik verstehen um dem Ganzen folgen zu können.

via Flickr, user jnxyz.education

Fangen wir also am Anfang an. Beacons sind kleine Bluetooth Sender, die deinem Smartphone oder Tablet sagen: „Hey, ich bin hier!“ Es sind also kleine Funkstationen, die im Wesentlichen aus einem winzigen Microchip, einer Batterie und einem Plastikgehäuse bestehen. Das Gehäuse gibt es je nach Hersteller in verschiedenen Varianten, Farben und Formen, die mehr oder weniger auffällig sind. Einige Beispiele findest du weiter unten. Aufgrund ihrer geringen Größe kann man sie auch leicht vor den Augen von Kunden, Besuchern etc. verstecken, falls man das möchte (also zum Beispiel zum Schutz vor Diebstahl oder einfach damit sie sich schöner ins Gesamtbild einfügen).  Mittlerweile gibt es sogar Bluetooth Sticker, die noch unauffälliger und einfacher zu platzieren sind, aber den gleichen Funktionsumfang wie Beacons bieten.

Aufgrund des Signals, das von den Beacons ausgesendet wird, kann dein Smartphone sich dann orientieren und mit den Beacons kommunizieren. Damit sind diese bestens zur Navigation und für den standortbasierten Informationsaustausch geeignet. Jetzt wirst du dich fragen: „Wieso brauche ich Beacons zur Navigation, ich habe schließlich GPS!?“ Ja, das stimmt, aber GPS funktioniert nur draußen. Im Indoor-Bereich, also zum Beispiel in großen Einkaufszentren, in Messehallen, in Bahnhöfen, U-Bahnstationen, etc. kommt man damit leider nicht weit. Da können dich nur Bluetooth Beacons unterstützen – und das ist natürlich noch lange nicht alles was diese Dinger so können.

Und warum ausgerechnet Bluetooth?

Ein Grund dafür ist, wie gesagt, dass GPS für die Navigation in Innenräumen nichts nützt. Und idealerweise wollen wir mit den Beacons nicht nur navigieren sondern, jetzt mal ganz grob ausgedrückt, Informationen austauschen (ja, das definiere ich später natürlich noch näher). Warum wird für diesen Informationsaustausch nun nicht zum Beispiel NFC verwendet, fragst du? Auch das ist einfach beantwortet – NFC steht für Near Field Communication und da steckt die Antwort eigentlich auch schon drin. NFC hat eine viel geringere Reichweite als Bluetooth Beacons. Außerdem haben Beacons auch den Vorteil, dass ich individuell bestimmen kann, wie nahe ich einem Beacon kommen muss, damit er mir seine Informationen sendet.

Praktisch bedeutet das folgendes: wenn ich, sagen wir mal, zwischen zwei Smartphones Informationen per NFC übertragen möchte, muss ich die beiden Geräte sehr nahe aneinanderhalten. Das ist manchmal auch sehr sinnvoll und lässt sich auch bei Beacons so einstellen, da habe allerdings zusätzlich die Option auch aus mehreren Metern Entfernung meine Informationen von A nach B zu befördern.

Ein weiterer Vorteil ist der sogenannte Bluetooth Low Energy Standard (BLE), dem die Beacons entsprechen. Das bedeutet, dass Beacons ihrer Batterie und deinem Smartphone oder Tablet wesentlich weniger Energie abverlangen als NFC & GPS.

beacons

Verschiedene Beacons der Marken estimote, kontakt.io, xy und pixie (von links nach rechts)

 

Wofür nutze ich diese Beacons denn jetzt?

Da gibt es jetzt viele Möglichkeiten, deshalb gebe ich jetzt nur ein paar Beispiele, aber grundsätzlich sind deiner eigenen Kreativität da nur wenige Grenzen gesetzt.  Ein großer Einsatzbereich ist der stationäre Handel. Die einfachere Navigation durch große Geschäfte oder Einkaufszentren ist da nur ein kleiner Teil. Es wäre zum Beispiel auch möglich sich vor dem Einkaufen eine digitale Liste von Produkten anzulegen, zu denen man anschließend im Geschäft mit Hilfe der Beacons geführt wird.

Und wenn man dann in die Nähe eines bestimmten Beacons kommt, mehre Beacons in einer bestimmten Reihenfolge oder denselben Beacon mehrmals passiert, kann dies die Vergabe eines Gutscheins oder eines anderen Aktionsangebotes auslösen. Oder es kann zum Beispiel auch die Aufforderung zum Download einer digitalen Treuekarte, ein Prozentrabatt oder auch ein Code sein, den man anschließend gegen eine physische Belohnung eintauschen kann.

Oder als Alternative, wenn du eher an Kultur als am Shoppen interessiert bist: du kannst dir so in einem Museum auch eine individuelle Führung basteln, die genau auf deine Interessen ausgelegt ist.

War’s das schon?

Nein, denn ein anderer Bereich in dem man Beacons auf viele verschiedene Arten einsetzen kann sind Messen. Auch hier ist die Navigation natürlich wieder ganz vorne dabei, aber das ist noch lange nicht alles. Sobald man mit einem mobilen Endgerät in die Reichweite eines Beacons kommt, kann dieser eben völlig beliebig darauf reagieren – in Eingangsnähe kann er den Nutzer also beispielsweise freundlich begrüßen. Er kann Passanten aber auch auf besondere Angebote, leckere Mittagsmenüs oder einen speziellen Messestand aufmerksam machen. Oder wenn gerade alle Standbetreuer beschäftigt sind, kann man sich die gewünschten Informationen zum Gezeigten natürlich auch einfach vom jeweils passenden Beacon geben lassen. 10 Gründe warum Beacons und Messen wie für einander gemacht sind, habe ich dir hier nochmal extra aufgelistet.

Ja, und Unterhaltung darf zwischendurch natürlich auch nicht zu kurz kommen – und siehe da, auch hier stehen Beacons helfend zur Seite. Für die kleinen Besucher auf Messen oder in Einkaufszentren (die dort vermutlich nicht alles immer so spannend finden wie ihre Eltern), können Beacons die Auslöser für Mini-Spiele sein. Aber auch Erwachsene, die sich gerne eine kurze Pause gönnen möchten, oder irgendwo warten müssen und blöderweise keinen guten Lesestoff dabei haben, können Beacons mit Applikationen wie zcircle. zum Zeitvertreib nutzen.

Und wenn wir schon von Eltern und Kindern sprechen, fällt mir noch eine Anwendung ein. Wobei ich da eigentlich nur völlig wertfrei auf das folgende Video hinweisen möchte. Ob das eine sinnvolle und gute Idee ist, lasse ich dich einfach selbst beurteilen.


Bringt mir das wirklich was?

Ja, denn ich finde, hier wird es erst so richtig spannend! Neben den, schon genannten, zahlreichen Vorteilen für die Nutzer, bringen Beacons auch den Firmen bzw. Personen die sie einsetzen ordentlich etwas. Man kann den Besucherstrom nicht nur gezielt lenken (auf bestimmte Angebote, Neuheiten oder einfach an interessante Punkte), sondern im Nachhinein mithilfe von Google Analytics & co auch sehr gut analysieren. Beacons sind nämlich auch sehr gut im Informationen sammeln – keine Angst, es bleibt alles schön anonym. So kann man aber zum Beispiel herausfinden welche Artikel, Messestände, Museumsbereiche, etc. am beliebtesten und am höchsten frequentiert sind. Oder auch, ob das vielleicht sogar tageszeitabhängig ist.

Im Fall von Beispielen wie der zcircle App oder bei Angeboten, die Besuchern besondere Vorteile bieten, können Beacons natürlich auch von vornherein die Besucherzahlen steigern oder die Verweildauer im Lokal, Geschäft, Messezentrum und so weiter erhöhen.

Und was ist nun der Haken dran?

Muss es immer einen Haken an der Sache geben? Naja ok, gut – es gibt auch hier einen klitzekleinen Haken, wenn man das überhaupt so nennen möchte. Die ganze Sache mit den Beacons funktioniert natürlich nicht einfach so von alleine, ohne dass ich etwas machen muss. Ich brauche dazu natürlich eine App, und zwar immer die jeweilige App die weiß, wie sie mit genau den Beacons die ich gerade brauche kommunizieren kann.

Also einfach gesagt, wenn man auf einer großen Messe mit Beacons durch die Messehallen navigieren möchte, wird das höchstwahrscheinlich nur mit der offiziellen Messe-App möglich sein. Und wenn einige der Messestände auch Zusatzinformationen mittels Beacon-Technologie zur Verfügung stellen, muss man sich dazu auch deren App herunterladen.

Das ist der einzige ‚Haken‘ an der Sache. Aber Apps kann man ja schließlich auch wieder löschen. Und dafür dass ich mir Zeit und Nerven spare, mir die Wartezeit verkürzen kann und Zugriff auf Informationen, Gutscheine, Aktionen, etc. bekomme, finde ich persönlich den Aufwand ganz annehmbar. Meinst du nicht?

Falls deine Neugierde jetzt geweckt wurde, beraten wir dich gerne weiter zum Thema Beacons. Oder interessierst du dich auch für andere Technologien und Themen? Dann melde dich doch für unseren Newsletter an!