Android Studio – Tipps und Tricks

Als Android Developer genießt du den Luxus, dass dir mit Android Studio eine kostenlose und sehr mächtige IDE zur Verfügung steht. Wenn man zu Entwickeln beginnt, kann es allerdings sein, dass man durch die vielen Features und Funktionen die Übersicht verliert. Man weiß nicht, was wirklich nützlich ist und was man ohnehin nie braucht. Ich möchte versuchen, euch als EntwicklerInnen hier Tipps und Tricks aufzulisten, über die ich mich in meiner Anfangszeit als Benutzer von Android Studio gefreut hätte. Ich werde nicht auf die Basics eingehen, sondern eher versuchen Features und versteckte Optionen aufzuzeigen, die euch im Alltag helfen.

Android Studio Tipps und Tricks

Ein Weg, alle versteckten Features und Kniffe herauszufinden ist natürlich, sich alle Menüpunkte genau durchzusehen und genau zu analysieren. Aber seien wir uns ehrlich, nach dem vierten Unterpunkt vom Unterpunkt in Menü X verliert man schnell die Lust. Deswegen kommt man auf viele Dinge nach einer gewissen Verwendungszeit selbst drauf und andere lernt man kennen, indem man erfahreneren Entwickler über die Schulter schaut. Mit diesem Artikel könnt ihr diesen Weg ein bisschen abkürzen und euch so einen kleinen Vorteil verschaffen.

Aber fangen wir an!

Android Studio basiert auf IntelliJ IDEA und ist seit kurzem als Version 3.0.1 erhältlich. Wer also schon Erfahrung mit JetBrains Software hat, findet sich schnell zurecht (in der Studienzeit gibt’s die Produkte für Lernzwecke übrigens kostenlos!).

Nachdem man die IDE nach seinen Vorlieben eingerichtet hat und sein präferiertes Theme ausgewählt hat (Team Darcula!) kann es schon losgehen, die Features zu nutzen, die einem einiges an Zeit sparen können:

Live Templates

Wie war das nochmal, wenn man einen Toast anzeigen möchte?

Irgendwas in Richtung Toast.makeText(context, text, duration); ? Ach verdammt, schon wieder .show() am Ende vergessen. In solchen Situationen (oder wenn man zu faul ist, lange Sequenzen zu tippen) kommen live Templates ziemlich gelegen. In dem oberen Fall einfach „Toast“ schreiben und das Live Template auswählen. Schon bekommt man den Code-Baustein ausgefüllt und muss nur mehr die fehlenden Parameter ergänzen:

Android Studio Toast

Für eine Auswahl an Live Templates drückt ihr STRG + J / CMD + J und schon könnt ihr die Liste an verfügbaren Templates durchgehen:

Android Studio Templates

Falls euch die vorhandenen zu wenig sind, könnt ihr unter Settings – Editor – Live Templates eure eigenen erstellen.

Effiziente Suche

Die meisten von euch kennen den Shortcut STRG + F / CMD + F um das aktuelle File zu durchsuchen. Das geht aber noch viel weitläufiger: Meine meistgenutzten Tastenkombinationen in Android Studio, wenn es um größere Projekte geht, sind nämlich mit Abstand STRG + SHIFT + F / CMD + SHIFT + F und der Doppelklick auf SHIFT. Das Ganze klappt auch mit der Taste R statt F, hier gelangt ihr statt zur Suche zum Ersetzen Dialog.

Mit STRG + SHIFT + F / CMD + SHIFT + F könnt ihr nämlich euren gesamten Pfad bzw. das ganze Projekt durchsuchen. So findet ihr alle Vorkommnisse eines Suchparameters in euren gesamten Files, egal ob es sich um Java Files, XML Files, etc. handelt. Wer noch eine Spur effizienter Suchen will, kann in diesem Kontext auch Regular Expressions verwenden.

Android Studio Search

Wenn ihr nicht den Inhalt eurer Files, sondern die Files selbst sucht, hilft euch SHIFT + SHIFT weiter. Das spart euch bei großen Projekten das mühsame durchforsten der Projektstruktur und das aufklappen zahlreicher Ordner.

Android Studio Search Files

Solltet ihr einmal nicht mehr weiterwissen, hilft euch die Tastenkombination STRG + SHIFT + A / CMD + SHIFT + A weiter. Hier könnt ihr nach diversen verfügbaren Commands innerhalb von Android Studio suchen. Nie mehr durch die Menüs klicken! Juhuu!

Android Studio Help

Plugins

Android Studio erlaubt es euch, Plugins für so ziemlich jeden Zweck zu installieren. Viele Plugins sind sehr spezifisch, aber hier ist eine kleine Auswahl, um eure alltäglichen Aufgaben zu beschleunigen:

ADB Idea

Mit ADB Idea könnt ihr wichtige Aufgaben auf euren Entwicklungs-Geräten über ADB erledigen, ohne euch die zugehörigen Konsolen-Befehle merken zu müssen bzw. am Gerät selbst die passenden Tasks zu finden.

Android Studio Plugins ADB

Android Drawable Importer

Mithilfe des Android Drawable Importers könnt ihr euch ganz leicht Icons aus verschiedenen Icon Packs importieren. Einfach das passende Icon auswählen, Parameter konfigurieren und schon habt ihr das Drawable in allen benötigten Dimensionen importiert und könnt es verwenden, ohne es manuell auf verschiedene Größen skalieren zu müssen.

Android Studio Drawable Importer

DTO Generator

Mit dem Data Transfer Object Generator könnt ihr ganz einfach POJOs (Plain old Java objects) erstellen, indem ihr das Plugin mit einem JSON File füttert. So spart ihr euch lästige Tipp-Arbeit, wenn ihr viel mit REST-APIs arbeitet:

Android Studio Camel Case c by Github

Quelle: GitHub

Sonstige Anfänger-Tipps

Da ihr nun eure IDE meisterhaft beherrscht, gibt es noch ein paar Tipps, die nicht direkt etwas mit Android Studio zu tun haben, aber zu wichtig sind um nicht erwähnt zu werden:

Verwende GIT!

Ohne Versionskontrolle zu programmieren, kann ich mir auch bei kleinen Projekten nicht mehr vorstellen. Wer bisher wenig Erfahrung mit GIT gemacht hat, sollte auf jeden Fall die Zeit investieren, um sich ein wenig einzuarbeiten. Sobald ihr einmal über die ersten Hürden hinweg seid, könnt ihr es euch auch nicht mehr ohne vorstellen! SVN ist besser als nichts, aber der Wechsel zahlt sich auch hier schon innerhalb kürzester Zeit aus.

Libraries

Oft möchte man Probleme lösen, die so allgemein zu sein scheinen, dass „es das doch schon irgendwo geben muss“. Sehr oft ist das auch der Fall, denn es gibt haufenweise Libraries, die einfach in eure App eingebunden werden können. Einen guten Anfang in jeder Programmiersprache stellen die sogenannten „Awesome Lists“ dar. Speziell für Android gibt es als Anlaufstelle auch Android-Arsenal.

Debugging

Ohne Debugging kommt man nicht weit. Deswegen gehe ich einmal davon aus, dass die Basics diesbezüglich bekannt sind. Hier gibt es aber sehr viele Dinge, die das Debuggen effizienter machen. Da hier allerdings genug Content für einen eigenen Blog zusammenkommen würde, gebe ich nur ein paar kleine Beispiele:

Conditional Breakpoints

Wenn ihr z.B. eine for-Schleife über 1000 Elemente habt, ist es mühsam zu einem bestimmten Durchlauf (z.B. tritt immer ein Fehler in Durchlauf 688 auf) zu kommen. Nicht mit Conditional Breakpoints. Einfach Rechtsklick auf den Breakpoint und Condition eingeben (z.B. „i == 688“): schon seid ihr im richtigen Loop!

Evaluate Expression

Während des Debuggens könnt ihr Expressions evaluieren. Dazu einfach bei einem Breakpoint im „Evaluate Expressions“-Menü die gewünschte Expression eingeben und auswerten lassen.

View as…

In der Debug-Übersicht sieht man die Werte, die eine Variable zurzeit hält. Falls es sich bei dem Wert um keinen Wert handelt, den man textuell anzeigen kann, kann man auf den Wert rechtsklicken und „View as…“ auswählen. So kann man z.B. Bitmaps und andere Datentypen anzeigen und evaluieren.

Shortcuts

Weiter oben haben wir schon einige Shortcuts kennengelernt. Hier noch ein paar Shortcuts, die ich öfters verwende und sehr nützlich finde:

Automatische Code Formatierung: STRG + ALT + L / OPTION + CMD + SHIFT + L

Markierten Code ein- / auskommentieren (mit deutschem Tastaturlayout ist dieser Shortcut etwas unhandlich. Am besten ummappen!): STRG + „/“ / CMD + „/“

Codezeilen rauf / runter verschieben: SHIFT + Alt + Up bzw. Down / CMD + SHIFT + Up bzw. Down

Codezeile kopieren: STRG + D / CMD + D

Ich hoffe ihr seid nach dem Lesen dieses Blogs schlauer als zuvor und konntet ein paar Tipps für euren Entwicklungs-Alltag mitnehmen. Viele dieser Tipps gelten natürlich auch für andere Entwicklungsumgebungen. Viel Spaß beim (effizienten) Coden!

 

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