Was gibt’s Neues: Android Oreo

Seit ungefähr zwei Wochen ist es offiziell: Das neue Android Update mit Versionsnummer 8.0 wird den Namen „Oreo“ tragen. Dies hat Google während eines Livestreams angekündigt, in dem der Nachfolger von Android 7 („Nougat“) offiziell vorgestellt wurde. Was ist neu, was ist besser und was bedeutet das für mich als Endbenutzer? Finden wir es heraus.

Android Oreo

Vorabversionen waren schon im Laufe des Jahres für Pixel- und Nexus-Geräte verfügbar, die finale Version wurde dann während der heurigen Sonnenfinsternis in den USA der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wenn ich jetzt ins Detail gehen würde, was die zahlreichen Änderungen in diesem Update angeht, könnte ich ca. 10 Seiten füllen, deswegen bemühe ich mich, nur auf die wichtigsten Punkte einzugehen. 😉

Zu allererst muss man sagen, dass Android Oreo einiges richtig gemacht hat, indem es sich auf die grundlegenden Funktionalitäten konzentriert hat und nicht versucht hat, zwanghaft neue fancy Features in das Update zu klopfen.
So gibt es perfomance-technisch gute Nachrichten, was Reboot-Zeiten und Apps im Generellen betrifft. Auch bezüglich Layout-Änderungen muss man sagen, dass Android Oreo sehr „clean“ wirkt. Durch viele überarbeitete Bereiche findet man sich nun noch schneller  z.B. in den Einstellungen zurecht. Und natürlich nicht zu vergessen, dass es neue Emojis gibt!!!!!!1111einself

Notifications

Die Notifications (welche auf Android meiner Meinung nach bereits ziemlich gut umgesetzt sind) werden mit dem neuen Update radikal überarbeitet und verbessert. Man wird in Zukunft als Entwickler „User-Channels“ definieren können. Somit können User dann entscheiden, welche Notifications sie sehen wollen und diese dann auch in Kategorien und Wichtigkeit einteilen können. Auch die Darstellung der Notifications ist komplett verändert worden. Die von iOS bekannten „Dots“ auf den App-Icons werden durchgehend eingeführt und vereinheitlicht.

Auch eine „Snooze“-Funktion für nervige Notifications hat sich vermutlich der ein oder andere von uns schon einmal gewünscht. Diese wird ebenfalls eingeführt, jedoch ist zurzeit die längste verfügbare Snooze-Periode eine Stunde. Ernsthaft, Google? Ich hätte lieber einen „In einem Jahrzehnt“ Button für einige Notifications…
Da einige dieser Features darauf angewiesen sind, dass in den einzelnen Apps die Änderungen nachgezogen werden, wird man etwas darauf warten müssen, bis sich ein einheitliches Handling der Notifications durchsetzt.

Akkulaufzeit

Ein wichtiger Punkt ist der Akku unserer Geräte. Dieser hält oftmals nicht einmal mehr einen ganzen Tag. Android Oreo versucht, dieses Problem anzugehen, indem nicht nur Apps ausfindig gemacht werden können, die im aktiven Modus Stromfresser sind, sondern auch jene, die durch die Aktivitäten im Hintergrund die Batterie unnötig belasten.
Diese Hintergrundaktivitäten von Apps werden in weiterer Folge auch limitiert, sodass der Akku in Zukunft länger halten soll (damit wir auch am Abend noch viele YouTube Videos im Bett ansehen können, ohne am Kabel zu hängen ;))

Google Play Protect

Google will mit „Google Play Protect“ dafür sorgen, dass die Qualität der Apps im Play Store steigt. Einige der Features, die Teil davon sind, existieren bereits in älteren Versionen, jedoch wurden sie einheitlich unter dem Deckmantel „Protect“ verpackt. Apps werden beim Upload nach wie vor gründlich auf Malware untersucht und auch ein Hintergrunddienst achtet nun durchgehend auf auffälliges Verhalten von Apps direkt am Smartphone. Wenn so verdächtige Aktionen festgestellt werden, kann die App vom Smartphone (und ggf. aus dem Store) entfernt werden.

Es wird eine neue „Sicherheitsstatus“-Sektion geben, in der die wichtigsten Security-Funktionalitäten übersichtlich gesammelt sind. Auch die Option „Apps von unbekannten Quellen installieren“ wird erweitert und es sind granulare Konfigurationen möglich. Google will damit die Installation von Anti-Viren Applikationen überflüssig machen.  Insgesamt gibt es also wenige ganz neue Features, aber das Gefühl von Sicherheit wird erhöht und die bisher relativ verstreuten Features werden gesammelt und für den User transparent visualisiert.

Hardware-Support

Auch beim Hardware-Support gibt es nennenswerte Änderungen. Somit werden in Zukunft HDR-Displays unterstützt, welche Ressourcen mit erweitertem Farbraum darstellen können. Auch in Sachen Bluetooth werden in Zukunft mehrere Audio-Codecs supported. Ein nettes, neues Konnektivitäts-Feature nennt sich Wi-Fi Aware. Damit kann man sich, ähnlich wie bei WiFi-Direct, mit anderen Geräten in der Nähe verbinden und Daten ohne Internetverbindung austauschen.

Weitere Änderungen

Neben den oben genannten Änderungen gibt es auch noch zahlreiche kleine Änderungen und Verbesserungen. So wird es in Zukunft eine Autofill-API geben, die es erleichtert, Text- und Passwortfelder automatisch auszufüllen, wie wir es zurzeit schon von Passwortmanagern kennen. In diesem Zusammenhang ist auch die neue AI-basierte Smart Text Selection zu nennen, welche Textfelder automatisch zuordnen kann und daraufhin passende Vorschläge für den User liefern soll (z.B. die eigene Email-Adresse, wenn das Feld das Label „mail“ besitzt). Auch ein Picture-in-Picture Modus wird kommen, mit dem man zum Beispiel ein Video anschauen kann, während man im Hintergrund andere Dinge erledigt – Juhu, Multitasking! Es gibt auch noch viele weitere Änderungen, aber wenn ihr noch mehr Details erfahren wollt, könnt ihr euch zum Beispiel hier noch mehr Infos besorgen.

Project Treble

Zum Schluss kommen wir noch zu meinem Highlight und einem großen Hoffnungsträger für Android.
Denn, wie viele Android-User wissen, ist das immer so eine Sache mit den Updates. Offiziell sind sie released und eine Hand voll Smartphones bekommt die Updates zügig. Bis die breite Masse allerdings in den Genuss kommt, die Version endlich auf dem eigenen Endgerät zu haben, kann es Monate dauern. Der Grund ist, dass viele Smartphone-Anbieter selbst Anpassungen vornehmen und diese viel Zeit in Anspruch nehmen, da sie bei jedem Update erneut implementiert werden müssen. Aber auch diesbezüglich tut sich (endlich!) etwas im Zuge dieses Updates, nämlich mit dem Projekt „Treble“, das weitreichende Änderungen in der low-level Systemarchitektur vornimmt, um die Updates schneller ausrollen zu können.

Wie das funktioniert? Es wird ein „Vendor Interface“ zur Verfügung gestellt, über welches die Smartphone Anbieter auf hardwarespezifische Bereiche von Android zugreifen können. Somit sollten zukünftig bei Android Betriebssystem-Updates keine Änderungen mehr an den Hersteller-Implementierungen notwendig sein, wie in der Grafik unten zu sehen ist. Aber da warten wir lieber einmal das Update von Android O auf Android P ab, wie das Ganze in der Praxis funktioniert.

Android Oreo Project Treble

Updateprozess mit und ohne Treble

Conclusio

Fazit ist, dass die Änderungen vielversprechend aussehen und die User mit Android Oreo eine stabile, zuverlässige Version auf ihr Smartphone oder Tablet bekommen. Es gibt jetzt aus meiner Sicht kein Feature, wo man sich denkt: „Wooow! Ich brauche das neue Update unbedingt, damit ich X ausprobieren kann.“ Aber wie gesagt: besser die vorhandenen Baustellen langsam und gründlich abschließen, als neue aufzureißen.
Wenn Treble auch noch das hält, was es verspricht, kommen wir in Zukunft hoffentlich auch schneller an die Updates und ältere Geräte können länger aktuelle Apps nutzen. Hört sich doch gut an! Ich jedenfalls freue mich auf die Notification (in ca. 12 Monaten :P), dass das Update für mein Smartphone verfügbar ist 🙂

 

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Quellen:
https://www.android.com/versions/oreo-8-0/
https://arstechnica.com/gadgets/2017/09/android-8-0-oreo-thoroughly-reviewed/
https://www.androidpit.de/android-oreo-release-features-news

Treble Infografik basierend auf

Gifs von giphy