Amazons Alexa als neue Mitbewohnerin

Einige haben sie schon, manche haben schon von ihr gehört und alle anderen fragen sich in letzter Zeit immer häufiger: “Was oder wer ist diese Alexa?”. Diesem Thema wollen wir in diesem Blog auf den Grund gehen.

Amazon Echo

Viele Männer fragen sich, wie viel eine Freundin kostet, aber keiner kann es wirklich präzise erklären. Nun nach Jahren des Rätselns kommt Amazon und erlöst uns Männer, indem es „Amazon Echo“ (oder eben auch Alexa genannt) für 180 € auf den Markt bringt. Aber wer oder was ist Alexa jetzt genau? Sie ist das Hirn einer Röhre, die auf ihren Namen hört und einige sehr schlaue Antworten geben kann. Achja, und so sieht das Ganze aus:

echo on bookshelf

Technische Details

Damit der Blogeintrag auch seinen Hauch von Technik erhält, werfe ich jetzt auch einmal mit technischen Begriffen um mich, die sehr interessant klingen, aber nicht wirklich sagen, was das Gerät schlussendlich macht.

Amazon Echo ist mit einem Dualband-WLAN mit zwei Antennen (MIMO) ausgestattet, womit es wirklich leicht fällt, eine Verbindung zum Router herzustellen. Des Weiteren werden die Standards 802.11a/b/g/n verwendet. Laut Amazon wird keine Verbindung zu ad-hoc – oder Peer-to-Peer-WLAN Netzwerken unterstützt. Alexa kann auch mit Audiostreaming von Mobilgeräten umgehen, da es das Advanced Audio Distribution Profile (A2DP) unterstützt. Wenn man das Gerät mit einem verbundenen Mobilgerät sprachsteuern möchte, funktioniert das über Audio/Video Remote Control Profile(AVRCP).

So. Ich glaube das reicht fürs Erste – widmen wir uns dem interessanten Teil, nämlich: was kann Alexa?

Funktionalität

Hmmm, wie erkläre ich das am besten? Beispiele sind da ja immer sehr hilfreich. Wenn ich also nach Hause komme, rufe ich lautstark „Alexa“, gefolgt von den Worten „Wie lautet meine tägliche Zusammenfassung?“. Keinen Augenblick später antwortet mir jemand mit „Hier Ihre tägliche Zusammenfassung in Tagesschau…“. Nun kann ich mir entspannt die Schuhe und Jacke ausziehen, mich auf die Couch legen und zuhören, was in der Welt gerade so passiert, angepasst auf meine Interessen.

Der Eine oder Andere denkt sich sicher: „Was, und dafür soll ich 180 € ausgeben? “ Nein, sollt du nicht. Denn da kommt noch mehr! Wer hört nicht gerne Musik, wenn er irgendwelche Arbeiten wie kochen oder putzen erledigt, aber nicht ständig eine Hand frei bzw. sauber hat, um einen bestimmten Song, ein cooles Album oder einfach eine passende Playlist suchen und abspielen zu können? Da kommt wieder Alexa ins Spiel. Einfach das Schlüsselwort „Alexa“ (das sich nebenbei gesagt auch durch „Amazon“ oder „Echo“ austauschen lässt) sagen und den gewünschten Titel ansagen.

Wer jetzt noch nicht ganz überzeugt ist, der wird vielleicht bei dem Wort „Smart Home“ hellhörig, denn damit kann Alexa auch gut zusammenarbeiten. Wenn man die richtige Hardware verbaut hat, gibt es nahezu keine Grenzen. Licht, Jalousien, Temperatur, Fernseher oder Ventilator – egal was, man kann es mit der Sprache steuern. Ich glaube, einem Technikinteressierten muss ich dann nichts mehr sagen. Außer natürlich, dass man Alexa nur über eine Einladung bestellen kann. Sprich, zuerst fordert man eine Kaufeinladung an und wenn man „auserwählt“ wird, kann man sich entscheiden, ob man sich nun eine neue Freundin zulegt oder nicht.

Für alle anderen, die sich vielleicht noch mehr erwarten, möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass es über 900 weitere Skills (wie es Amazon zu nennen pflegt) gibt, die du hier findest.

Amazon Echo Dot

Amazon wäre nicht dort, wo Amazon heute ist, wenn es sich mit Mittelmäßigkeit zufriedengeben würde und so hat sich das Unternehmen eine weitere, meiner Meinung nach sehr coole, Idee mit dem Namen „Amazon Echo Dot“ einfallen lassen. Im Grunde kann dieses Gerät alles, was Amazon Echo auch kann, jedoch fehlt der Lautsprecher. Einige fragen sich jetzt vielleicht, was man dann damit anfangen soll, aber dies klärt sich meist von selbst. Viele Kunden haben zum Beispiel schon eine Soundanlage zu Hause und möchten diese auch sehr gerne mit Alexa nutzen. Da sich beim Amazon Echo schon ein Lautsprecher im Gehäuse befindet, ist es nicht möglich, sich mit einer Soundanlage oder ähnlichem zu koppeln. Der Echo Dot benötigt aber eben genau diese Quelle, um Musik oder die Stimme von Alexa wiedergeben zu können. Dabei stehen dem Kunden zwei Möglichkeiten zur Verfügung: 3,5mm Stereoaudioausgang oder Bluetooth. Ohne Lautsprecher ist Amazon auch gezwungen gewesen den Preis anzupassen und somit kostet der Amazon Echo Dot im Moment zirka 60 €.

Wie erwartet, können diese Geräte auch zusammen verwendet werden, was es nun ziemlich einfach macht, das ganze Haus mit Musik auszustatten. Die folgende Grafik von Amazon selbst, zeigt meiner Meinung sehr schön, worauf der Großkonzern hinaus will: Vernetztes Wohnen.

Alexa for any room

Spracherkennung

Da ich einer der glücklichen Auserwählten war, konnte ich mir meine eigene Alexa in die Wohnung holen und auf Herz und Nieren testen.

Die Installation war sehr einfach. Ich musste dem Amazon Echo nur Strom zur Verfügung stellen und ein W-Lan parat haben – schon konnte ich mich mit der eigenen App „Alexa“ von Amazon mit dem Gerät verbinden. Dann war Alexa auch schon bereit, mit mir zu reden. Und sie hört wirklich sehr gut auf das jeweilige Schlüsselwort, wenn man gerade keine Musik über sie abspielt. Leider gibt es immer wieder Probleme, wenn man gerade einen Song hört, die Lautstärke ein wenig erhöht und dann das Schlüsselwort spricht. Bei wirklich lauter Musik, also Lautstärke 7 bis 10, muss man entweder direkt davor stehen und das Schlüsselwort „brüllen“ –  oder man verwendet den Button auf der Oberseite des Gerätes. Dieser Button ermöglicht es, dass Alexa einem auch zuhört, wenn man ihren Namen vorher nicht gesagt hat.

Die Terminerstellung, der Timer und auch sonst viele Skills funktionieren wunderbar, jedoch versteht Echo nur sehr deutlich gesprochene Liedertitel. Es kann durchaus vorkommen, dass man es drei oder viermal versuchen muss, bis man weiß, ob dieser Song tatsächlich nicht in der (z.B. Amazon Prime Music) Bibliothek enthalten ist, oder ob Alexa den Titel falsch verstanden hat. Da überlegt man es sich zweimal, ob man nicht einfach das Handy herausnimmt und den Song selbst sucht.

Konkurrenz

Nicht nur Amazon hatte diese Idee, sondern auch Google. Wer damit zuerst begonnen hat, ist schwer zu sagen, auf jeden Fall sind die Produkte ziemlich zeitgleich erschienen. Im Hause Google wird das Gerät „Google Home“ genannt und weist ziemlich viele Ähnlichkeiten auf.

comparison amazon google cnet


Kaufempfehlung – Ja oder Nein?

Grundsätzlich handelt es sich um ein innovatives Projekt, das nun schon so weit gereift ist, dass man es der Allgemeinheit anvertrauen kann. Für alle Technikfreaks ist es meiner Meinung nach schon fast ein Must-Have, da es den Dot schon um 60 Euro gibt und man damit viel machen kann. Wenn man Alexa einmal in den Alltag integriert hat, ist sie nur sehr schwer wieder wegzudenken. Die Spracherkennung hat noch ihre Probleme, aber im Großen und Ganzen hat Amazon (wie auch Google) ein solides Gerät gebaut, das meiner Vorhersage nach in ein paar Jahren in keinem modernen Haushalt mehr fehlen wird.

Wer sich jetzt denkt: „Das Ding hol ich mir sofort“, wird von Amazon allerdings schnell wieder auf den Boden zurückgebracht, da man im Moment noch eine Einladung benötigt, um eines der Geräte kaufen zu dürfen. Allen, die es cool finden aber noch schwanken, würde ich trotzdem empfehlen, schon einmal eine Einladung anzufordern. Auch wenn man dann ausgewählt wird, kann man schließlich immer noch sich gegen den Kauf entscheiden. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit meiner neuen Mitbewohnerin.