360° – Einblicke in die Zukunft am Börseplatz 1

Der Startschuss für die Revitalisierung der ehemaligen K.K. Telegrafen Centrale am Börseplatz 1 in Wien ist bereits gefallen. Aus dem alten Hauptquartier der österreichischen Post- und Telegraphenverwaltung entsteht ein Prestigeobjekt mit insgesamt 39 Eigentumswohnungen für Menschen, die nach dem Kaufpreis nicht fragen müssen. Wie schon zuvor in Graz durften wir bei der digitalen Inszenierung der Zukunft des Gebäudes behilflich sein.

 

Abbildung des nicht-vorhandenen Raumes

Wenn es um die Visualisierung von Gebäuden (ob von innen oder außen) geht, ist der Unterschied zwischen einem normalen Foto und einer Darstellungsvariante, die wirklichen räumlichen Eindruck verschafft, riesengroß. Für diese räumliche Darstellung werden unter anderem sphärische 360°-Panoramen, wie zum Beispiel das folgende Bild verwendet.

Klebt man dieses Bild sozusagen auf die Innenfläche einer Kugel und positioniert sich selbst in deren Zentrum, entsteht der Eindruck als würde man am abgebildeten Ort stehen. Zusammen mit dem Gyroskop des Smartphones, mit dem die Blickrichtung im Panorama gesteuert wird, wird der Bildschirm zum interaktiven Fenster in den zukünftigen Luxus.

Für den wichtigsten Teil der App, den edlen Inhalt, haben die Rendering-Profis von FreeDimensions auch dieses Mal wieder ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt und uns mit erstklassigem Bildmaterial der Apartments und Lofts im Gebäude versorgt. Insgesamt wurden 14 Panoramaansichten in die App integriert, die nach dem Start der App bildschirmfüllend präsentiert werden.

Doch das ist noch nicht alles! Wer in dieser Panoramaansicht sein Augenmerk auf den unteren Bildschirmrand richtet, findet dort ein kleines VR-Brillen Symbol, über welches man zum gleichnamigen Ansichtsmodus wechseln kann.

3D ohne 3D in VR

Die noch nicht in Wirklichkeit existierenden Räume und Szenen müssen natürlich zuerst digital erstellt werden. Um dann aus solch einer digitalen 3D Szene ein fotorealistisches Rendering zu machen, arbeiten extrem starke Computer mehrere Stunden. Das Endprodukt dieser Prozedur ist schließlich eine Ansicht auf die Szene aus einer fixen Perspektive. Will man einen anderen Blickwinkel darstellen, wird dieser Prozess erneut durchgeführt. Damit ist klar, dass die Echtzeitdarstellung einer solchen 3D Umgebung am Mobilgerät in der nötigen hohen Qualität (noch) nicht umsetzbar ist.

Nun wollen wir aber trotzdem hohe Qualität und 3D auf dem Smartphone … hmm …

Zum Glück kann auch mithilfe der zuvor erwähnten sphärischen Panoramabilder ein Tiefeneindruck erzielt werden. Was benötigt man für einen Tiefeneindruck? Genau, 2 Augen.

So wird der Bildschirm für den VR Modus in zwei Hälften geteilt, damit das Smartphone in einen geeigneten VR-Viewer eingespannt werden kann (z.B. Google Cardboard), um den räumlichen Eindruck zu verstärken. Verwendet wird dafür dasselbe Panorama-Bild von weiter oben.

Wenn man hier aufhört, hat man ein Darstellungs-Szenario geschaffen, das es in der echten Welt aber nicht wirklich gibt, da sowohl dem linken als auch dem rechten Auge ein und dasselbe Bild gezeigt wird. Diese Darstellung ist zwar trotzdem bereits sehr immersiv, für einen echten und vor allem realistischen 3D-Eindruck benötigt man jedoch pro Auge ein eigenes Bild, welches jeweils aus der passenden Perspektive aufgenommen wurde. So etwas nennt sich dann ein sphärisches Stereo-Panorama. Dabei handelt es sich um Bilder, die separate Teile für das linke und für das rechte Auge beinhalten, entweder übereinander oder nebeneinander.

In der VR-Darstellung wird dann jeweils der passende Teil für die passende Bildschirmhälfte des Smartphones verwendet. Dadurch setzen sich die Objekte im Bild voneinander ab und ein echter 3D-Eindruck entsteht. Wer den Trick mit den alten chaotisch-farbigen 3D Bildern kennt, könnte das sogar beim folgenden Bild (VR-Ansicht) versuchen.

Stereo-Panorama

 

VR-Ansicht des Stereo-Panoramas

 

Das Ganze wurde auch direkt vor Ort am Börseplatz 1 im Rahmen der Projektvorstellung präsentiert.

Natürlich kann man dieses Erlebnis schwer textuell transportieren, deshalb schlage ich vor ihr macht euch einfach selbst ein Bild davon. Die App „Börseplatz 1“ wird in Kürze veröffentlicht und gratis zum Download über den Apple AppStore und den Google PlayStore verfügbar sein.

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