10 Schritte zur eigenen App für Unternehmen

Es gibt zahllose Vorlagen für iOS und Android-App Designs. Und es ist mit Sicherheit hilfreich, sich die einmal anzusehen oder User-Tests zu lesen. Aber mit einem guten Design alleine ist es natürlich noch lange nicht getan. Hier sind einige Tipps und Tricks mit denen du bei der Planung deiner App Zeit, Geld und Nerven sparen kannst!

Mobile App Development

Die Vorbereitung

Der erste Schritt dürfte niemanden wundern – als erstes ist es wichtig, sich genau zu überlegen, welchem Zweck die App dienen soll. Welches Ziel soll für dein Unternehmen erfüllt werden? Mögliche Ziele sind hier zum Beispiel Kundengewinnung, Kundenbindung, die Einführung eines neuen Produktes, Imageausbau, Generierung von neuen Leads und vieles mehr. Wenn du dir darüber nicht genau im Klaren bist, läufst du Gefahr, zu viele verschiedene Funktionen und Informationen in die App integrieren zu wollen. Natürlich kann es auch Apps mit verschiedenen Funktionen geben – beispielsweise, wenn man eine App als Unternehmenspräsentation nutzt. Allerdings bedingt hier der Zweck eine klare Unterteilung der einzelnen Punkte, die sich der Logik des Nutzers erschließt.

Die Kundenorientierung

Das bringt mich zum zweiten Punkt – der Kundenorientierung. Denn es ist genauso wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, welchen Nutzen die App für deine Kunden haben soll – löst sie ein bestehendes Problem oder bietet sie zusätzlichen Service bzw. Komfort? Diese Überlegungen haben nicht nur Einfluss auf die thematische Gestaltung der App, sondern auch darauf, wie du sie bewirbst. Wenn deinen Kunden nicht sofort klar ist, wofür sie deine App eigentlich benutzen sollen und was sie ihnen bringt, werden sie diese auch nicht installieren.

Die Zielgruppe

Auch hier steht dein Kunde im Fokus. Wer (Alter, Geschlecht, Kundengruppe, …) wird die App hauptsächlich bedienen? In welcher Umgebung (zuhause, unterwegs) und unter welchen Bedingungen (schlechtes Licht, keine Internetverbindung) wird dies geschehen? Diese Frage scheint vielleicht unwichtig oder verfrüht, aber in der Entwicklung einer App sollten die Umstände der Nutzung von Anfang an bedacht werden. Denn wenn die App ausschließlich im Außenbereich mit schlechten Internetverhältnissen genutzt wird, sollte sie  eventuell offlinefähig sein. Und wenn es eine Augmented Reality App ist, spielen auch die Lichtverhältnisse eine Rolle. Außerdem sollte natürlich die jeweilige Zielgruppe einer App auch immer Einfluss auf deren Design und Benutzerführung haben (oder anders gesagt: deine Geschäftskunden wollen vermutlich keine App nutzen die in grellen Neonfarben gestaltet ist und bei der alle Funktionen durch bestimmte Touch-Gesten gesteuert werden können. Teenager wiederum würde eine solche App sicher eher ansprechen als eine mit neutralerem Design).

Die Endgeräte

Ebenso wichtig wie die Zielgruppe ist die Art der Endgeräte, die von ihr genutzt wird. Also, verwendet deine Zielgruppe nur iPhones oder Android Smartphones – oder beides? Ist aufgrund der Funktionalität der App vielleicht eine ausschließliche Nutzung auf Tablets sinnvoll?  Die Frage nach dem Betriebssystem und Endgerät ist deshalb wichtig, weil sehr umfangreiche oder spezialisierte Apps meist für iOS und Android getrennt entwickelt werden müssen. Wenn nur eine der beiden Plattformen benötigt wird, ist das natürlich kostenschonender. Umgekehrt können viele Apps eben auch mit sogenannten hybriden Entwicklungsmethoden (also für beide Plattformen gleichzeitig) entwickelt werden, wodurch vielleicht zwei Versionen erstellt werden können, obwohl aus Kostengründen eigentlich nur ein Betriebssystem geplant war. (Aufgrund der sehr geringen Verbreitung von Windows-Phones stellt sich uns an dieser Stelle die Frage nach einer Windows-App eigentlich eher nicht,  aber ja – solltest du unbedingt eine benötigen, geht das selbstverständlich.) Außerdem sollte es idealerweise für Telefone und Tablets ein jeweils eigenes Design geben, damit die Inhalte optimal präsentiert werden können (Größe, Anordnung, …)

Die Verbreitung

Ja, mit der Verbreitung beginnen kann man natürlich erst, wenn die App dann fertig ist. Aber darüber nachdenken sollte man schon in diesem Schritt. Soll die App einmal in den AppStore bzw. Google Playstore und somit für jeden verfügbar sein? Oder ist es eine App, die ausschließlich zum internen Gebrauch bestimmt ist? Im zweiteren Fall gibt es verschiedene Möglichkeiten, die sich eben auch wieder auf die Programmierung auswirken. Man kann die App einfach auf diversen ausgewählten Geräten installieren oder den Nutzern über einen bestimmten Link zur Verfügung stellen. Das beeinflusst die Entwicklung nicht wesentlich, außer dass dies mehr Freiheiten in Bezug auf die Appgröße (also wieviel Speicherplatz für die Installation benötigt wird) zulässt. Die andere Möglichkeit ist, die App trotzdem über die offiziellen Stores zu verteilen, aber mit einer Login-Funktion zu versehen. So können sich deine Mitarbeiter einloggen und deine Kunden, die die App herunterladen aber keine Zugangsdaten haben, erhalten zum Beispiel Informationen zum Unternehmen oder können sich dein neuestes Image- oder Produktvideo ansehen.

Der Inhalt

Der Inhalt ergibt sich selbstverständlich großteils aus den Punkten 1 bis 3. Ich erwähne ihn hier aber noch einmal als eigenen Punkt, weil spätestens jetzt der Inhalt und dessen Anordnung bzw. Präsentation in der App im Detail fixiert werden sollte. Änderungen während der Umsetzung sind nämlich komplexer und kosten mehr Zeit und Geld als du vielleicht denkst. Schließlich muss die Änderung erst einmal kommuniziert und abgestimmt und anschließend eingeplant werden. Aber das ist nicht alles – auch scheinbar kleine Änderungen am Inhalt können die Menüführung oder Funktionsweise beeinflussen und im schlimmsten Fall einen ganzen Rattenschwanz von Konsequenzen nach sich ziehen. Das erweitert den Umfang der Programmierung oft erheblich, was einerseits die Fertigstellung deiner App verzögert und sich auch unweigerlich in den Kosten niederschlägt.

Dass man aber natürlich nicht immer alle Änderungen während der Umsetzungszeit vermeiden kann, ist uns auch klar. Deshalb arbeiten wir mit sogenannten agilen Programmiermethoden, bei denen Änderungen zu definierten Zeitpunkten abgestimmt werden können. Auswirkungen auf die Umsetzungszeit sind manchmal allerdings genauso unausweichlich.

Die Usability

Nun weißt du welcher Inhalt in die App soll und das wirkt sich dann, wie bereits besprochen, auf die App-Größe aus. Bei Endkunden-Apps, die über die Stores verfügbar sind, spielt das eine große Rolle. Schließlich möchtest du dir vermutlich auch keine App mit 100 oder mehr Megabyte herunterladen, auch wenn sie noch so nützlich ist. Damit große Apps nutzerfreundlich bleiben, braucht es daher eventuell Funktionen wie ein eigenes Backend, das ein dynamisches Austauschen der Inhalte oder das sogenannte Loading on Demand (Inhalte sind nicht in der App gespeichert, sondern werden vom Server geladen, wenn sie benötigt werden) ermöglicht.

Außerdem ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, dein App Design zu fixieren und dabei an den Nutzer zu denken. Je nach Umfang und Nutzen der App ist es hier sinnvoll entweder Mockups (meist gezeichnete Screens der App) oder gar einen ClickDummy (klickbare Simulation der Benutzerführung) zu erstellen. Auf jeden Fall solltest du dir so viel Feedback unterschiedlicher Menschen (aber vor allem aus deiner Kernzielgruppe) wie nur möglich einholen und die Benutzerführung bzw. den Aufbau nötigenfalls so abändern, dass er für deine Nutzer gut verständlich ist.

Mockups helfen dabei, die App benutzerfreundlich zu machen.

Mockups helfen dabei, die App benutzerfreundlich zu machen.

Die Angebotsphase

Jetzt kann dein fertiges Konzept an unterschiedliche Softwareunternehmen zur Angebotserstellung versandt werden. Hier gilt es, nicht nur Preis und Leistungszeitraum, sondern auch die Qualität zu vergleichen. Wenn man aber mit der App Entwicklung bzw. der Technologie im Allgemeinen nicht sehr vertraut ist, kann sich das mit dem Qualitätsvergleich natürlich schwierig gestalten – aus einem Angebot alleine ergeben sich schließlich wenig feste Bewertungsgrundlagen dafür. Daher ist es einerseits ratsam, sich überall mit denselben Vorgaben Angebote legen zu lassen und andererseits alles (und das meine ich genauso wie ich es schreibe, da werden oft Äpfel mit Birnen verglichen) kritisch zu hinterfragen.

Sind auch wirklich alle gewünschten Punkte im angebotenen Preis enthalten? Wird eine native oder hybride Entwicklung geboten? Wird die App individuell für meine Bedürfnisse erstellt oder in ein vorhandenes App-Schema eingepasst? Wie läuft der Entwicklungsprozess ab und wie flexibel kann auf Änderungswünsche reagiert werden? Ist der angegebene Zeitplan realistisch? Gibt es im Unternehmen genügend Kapazitäten um ungeplante Ausfälle oder unvorhergesehene Änderungen abzufedern? Und zu guter Letzt: mit welchem Anbieter habe ich die beste Kommunikationsbasis (weil, wie gesagt, ein gewisses Maß an Kommunikation und Änderungsmanagement während der Entwicklung notwendig bzw. wichtig ist)? Wenn diese Fragen geklärt sind, und ein passender Umsetzungspartner ausgewählt wurde, steht dem nächsten Schritt nichts mehr im Wege.

Die Entwicklung

Erst jetzt sollte die tatsächliche Umsetzung der App beginnen. Warum? Weil undefinierte Anforderungen mit Sicherheit viele Änderungen während des Entwicklungsprozesses zur Folge haben und somit auf beiden Seiten Zeit, Geld und Nerven kosten. Häufig sind es, wie auch schon erwähnt, für den Nutzer zwar nur kleine oder kaum merkbare Veränderungen, die für den Entwickler jedoch viele Stunden Programmiertätigkeit bedeuten können. Ich meine, wir bzw. meine Kollegen programmieren mit Leidenschaft, aber ungerne einen Code, der dann wieder gelöscht und neu gebaut werden muss. Außerdem haben wir natürlich auch am liebsten zufriedene Kunden.

Die Bewerbung

Deine App wurde erfolgreich umgesetzt und ist in den verschiedenen Stores zum Download verfügbar. Fertig? Nein, nicht ganz. Damit du am Ende nicht das Gefühl hast, den ganzen Aufwand umsonst betrieben zu haben, sollte die App auch von jemandem genutzt werden und ihren vorgesehenen Zweck erfüllen (siehe Punkt 1). Wenn aber niemand von der App weiß, wird das schwierig. Logisch. Leider wird dieser Punkt zu oft vergessen oder vernachlässigt. Dabei reichen ein paar Erwähnungen auf der Webseite, in den sozialen Medien und, falls vorhanden, im Newsletter schon aus um den Grundstein für eine stetig wachsende Nutzerbasis zu legen.

Auch wenn du die App erst einmal nicht aktiv bewerben möchtest (aus welchen Gründen auch immer), gibt es einige Dinge die du tun kannst, damit die App in den Stores zumindest leichter gefunden wird. Infos dazu gab es im Artikel von Mathis vor einigen Wochen.

 

Wenn du für dein Unternehmen auch eine App erstellen möchtest, aber du noch immer nicht ganz genau weißt, wo du nun beginnen sollst, haben wir da vielleicht eine Lösung für dich. Erkundige dich doch nach unserem CodeFlügel Technologieworkshop, dessen Ziel es ist, gemeinsam die Punkte 1 bis 8 zu klären und Spezifikationen für die Angebotserstellung festzulegen.

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